reife Kaffeebohnen
Veröffentlicht von: Horst K. Berghäuser|In: Kaffee Blog|6. April 2021

Teure Kaffeesorten: Die beliebtesten Bohnenraritäten im Überblick

Es gibt viele Kaffeesorten, die unbekannt und trotzdem hochwertig und gut sind. Welche verschiedenen Bohnenarten das sind und worin sich diese unterscheiden, erfährst du in den nächsten Abschnitten von mir. In Ihnen verrate ich dir mehr über ihren Geschmack, das angewendete Herstellungsverfahren und ihre Herkunft. So kannst du dir selbst ein Bild davon machen, ob eine Rarität zu dir passt.

Robusta und Arabica: Die Unterschiede der Bohnen

Auf dem Markt findest du Kaffeesorten aus Robusta, Arabica oder einem Mix beider Bohnensorten. Ebenso gibt es Liberica Bohnen und als interessante Unterart auch die Excelsa-Bohne.

Kaffeeanbau: Arabica Robusta Bohnen

Unter Arabica-Kaffee fallen zahlreiche Sorten, wie Kreuzungen und Blends. Generell sind die Bohnen eher säurearm und mild, jedoch besonders aromatisch. Das ist auch der Grund, weshalb etwa 60 Prozent der auf dem Markt verkauften Bohnen Arabicas sind.

Auch wenn Robusta-Kaffee denselben Ursprung hat, beinhaltet er die doppelte Menge an Koffein wie Arabica-Kaffee. Sein Geschmack ist eher kräftig, erdig und geradeaus. Der Marktanteil dieser Kaffeesorte beträgt etwa 36 Prozent.

Aufgrund der Empfindlichkeit der Arabica-Bohne ist in Zukunft zu erwarten, dass der Anteil an Robusta-Bohnen steigt. Sie verträgt den Klimawandel nämlich deutlich besser. Noch robuster ist die Liberica-Bohne, welche sogar gegen einige „Pflanzenkrankheiten“ immun ist.

Filterkaffee und Espresso: Auf die Sorte kommt es an

Auch bei Espresso wird zwischen Robusta und Arabica unterschieden. Möchtest du einen hoch konzentrierten Espresso trinken, schmecken dir möglicherweise Canephora-Bohnen. Sollte dir ein volles Aroma wichtig sein, geht kein weg an Arabica-Bohnen vorbei.

Wie du eine Bohne zubereiten kannst, hängt nicht von:

  • Ernte
  • Anbau
  • Verarbeitung

ab. Es kommt nämlich au die Rösttrommel an. Somit sind die Faktoren Temperatur, Zeit und Röstdauer entscheidend für den Geschmack einer Bohne. Bei einer längeren Röstung von Bohnen spülen sich die Bitterstoffe in den Vordergrund und Säuren reduzieren sich.

Möchtest du Filterkaffee trinken, solltest du darauf achten, dass die Bohnen wenige Bitterstoffe enthalten. Das bedeutet auch, dass sie mehr Säuren haben sollten. Daher empfehlen wir dir Bohnen zu wählen, die nur kurze Zeit in einer Trommel verbracht haben. Berücksichtige jedoch, dass jede Kaffeespezialität ein anderes Verhältnis von Säure, Süße, Bitterkeit und Aroma hat. So entwickelt sich eine individuelle Röstkurve.

Beliebte Kaffeevarietäten für Espresso und/oder Filterkaffee sind Caturra und Geisha. Caturra stellt eine Bourbon-Mutation dar, die besonders in Südamerika beliebt ist, da sie besonders wandelbar ist. Sie erinnert ein wenig an die Robusta-Art, weshalb sie gerne zur Zubereitung von einem Espresso verwendet wird. Auch in Filterröstungen ist sie als Blend-Partner zu finden, welcher für die notwendige Fülle im Getränk sorgt.

Geisha: ist eine Bohnenspezialität, die sehr spritzig aber mild ausfällt. Daher ist sie für einen Espresso eher ungeeignet. Für Filterkaffee kannst du sie jedoch nutzen.

Kaffeebohnen

Amerika bis Afrika: Kaffeesorte gleich Anbaugebiet?

Beim Kauf von Kaffeespezialitäten aus Afrika, Mittel- und Südamerika kann es zu einer Verwirrung kommen. Manchmal findest du Produkte mit der Aufschrift „Yirgacheffe, Sumatra oder Sidamo. Das hört sich ein wenig nach einer Kaffeeart an, ist aber eine Region beziehungsweise ein Ort. Du kannst über diesen natürlich auch auf das Aroma der Bohne schließen. Vielleicht hast du bereits Kaffee aus Sidamo probiert, er stammt aus dem Süden Äthiopiens und ist durch „Heirloom“ bekannt geworden. Es gibt ihn als mittel dunkle und auch hellere Röstung. Im Südwestlichen Äthiopien befindet sich der Ort Yirgacheffe. Er ist für seine spritzigen, fruchtigen und floralen Bohnen bekannt geworden. Im Vergleich dazu stammt Kaffee mit der Bezeichnung „Sumatra“ von einer indonesischen Insel. Auf ihr findest du intensiven und würzigen Kaffee.

Möchtest du einmal eine Kreuzug aus Liberica- und Arabica-Bohnen ausprobieren, könnten die Elefantenbohnen „Maragogype“ etwas für dich sein.

Kopi Luwak der exklusivste Kaffee der Welt

Katzenkaffee: Kopi Luwak Kaffee
Kopi Luwak auch Katzenkaffee genannt

Zum Kopi Luwak gibt es unterschiedliche Meinungen. Das liegt daran, dass die Verarbeitung der Kaffeebohne durch Tiere, genauer Schleichkatzen erfolgt. Sie erhalten reife und rohe Kaffeebohnen zu fressen. Beim Weg der Bohnen durch die Verdauungsorgane des Tiers erfolgt eine spezielle Fermentierung dieser. So wird, laut den Indonesiern, ein Spitzenkaffee erzeugt. Dieser wurde nach Europa gebracht und sorgte dort für eine große Nachfrage

Blue Mountain Kaffee aus Jamaica

Blue Montains stellt einen jamaikanischen Gebirgszug dar. Er steht unter Naturschutz und verfügt über ein spezielles Klima. Daher entsteht dort ein Spezialitätenkaffee, welcher nur 6000 Hektar Fläche zur Verfügung hat und per Hand gepflückt wird. Deshalb wird er auch zu einem hohen Kilo-Preis angeboten. Zum Preis trägt auch die lange Reifezeit und der Fakt bei, dass es sich bei Blue Mountain um Perlbohnen handelt. Diese Art der Bohne zeichnet sich durch folgenden Geschmack aus:

  • Würzig
  • Besonders volles Aroma
  • Wenige Säuren und Bitterstoffe

Exzelsa-Kaffee aus Tschad

Aus der Republik Tschad stammt der bekannte Excelsa-Kaffee. Hierbei handelt es sich um eine Unterart der Sorte Liberica. Sie wächst lediglich in Tschad und hat einen erdigen und kräftigen Geschmack. Excelsa übertrifft somit sogar Sorten wie Liberica und Canephora.

Die besten Kaffeesorten für Filter und Vollautomaten

Für Vollautomaten sind keine speziellen Kaffeebohnen verfügbar. Viele Kaffeegenießer greifen zu Kaffee aus Brasilien. Die Spezialität Catucai, die mit dem Verfahren Pulped Nature hergestellt wird, ist ideal für dich, wenn du eine mittlere Röstung magst.

Aus Brasilien stammt auch der Yellow Bourbon und der Mundo Novo. Sie haben eine kakao-artige Note. Magst du kakao-lastige Kaffeesorten, kannst du dich auch nach Bohnen aus Kolumbien umsehen.

Möchtest du Bohnen für Filterkaffee kaufen, findest du eine große Auswahl an Produkten aus Ostafrika. Sie sind leicht, blumig und frisch. Manchmal gibt es auch entsprechende Bohnen aus Uganda und Kenia. Bevorzugst du einen warmen Geschmack sind Alternativen aus Kenia ideal. Sie sind zudem fruchtig und säurehaltig.

Suchst du einen säurearmen Kaffee solltest du dir unbedingt dunkle Röstungen aussuchen, die lange in der Trommel waren. Zu ihnen gehören unter anderem der Maragogype und der Monsooned Malabar. Ebenso gibt es Kaffeespezialitäten mit wenig Koffein, die sehr bekömmlich sind. Zu ihnen gehört zum Beispiel Laurina.

Bildnachweis:

https://pixabay.com/de/photos/kaffeebohnen-reifen-landwirtschaft-1474601/


Wir haben diesen Test & Vergleich (04/2021) im laufenden Monat überprüft und die Beschreibungen einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind nach wie vor auf dem neuesten Stand. Letztes Update am 6. April 2021