
So tricksen Kaffeehersteller mit ihren Kaffeepulvern und -bohnen
Was ist echt an meinen Kaffeebohnen?
Um Produktionskosten zu sparen gehen einige Hersteller von Kaffeeprodukten große Schritte. Besonders häufig findest du daher sogenannte Streckmittel in deinem Kaffeepulver. Diese sind zum Teil schwer zu erkennen, weshalb der Verbraucher schnell den Überblick verliert. Um Aromastoffe und beispielsweise Maltodextrin zu umgehen, gibt es jedoch eine Möglichkeit. Diese stellen wir dir nachfolgend vor.
Günstiger Kaffee dank Ersatzstoffen
Viele Menschen wissen nicht, dass preiswerte Kaffees häufig Zusatzstoffe beinhalten, die gar nicht in das Pulver gehören. Kaufst du ein besonders günstiges Paket Kaffeepulver im Supermarkt ist die Gefahr hoch, dass dieses minderwertigen Kaffee mit Ernteabfällen enthält. Zu diesen Abfallstoffen gehören:
- Stöcke
- Steine
- Fehlbildungen
Doch auch Ersatzstoffe kommen zum Teil zum Einsatz. Diese strecken das Kaffeepulver ebenso und kosten wenig Geld. Zusätzlich spart der Hersteller an Kaffeesteuern. Durch die günstigere Herstellung des Pulvers für dein Aromagetränk ist es möglich das Pulver preiswert anzubieten.
Der Trick mit Röst- und Rohkaffee
Die deutsche Kaffeeverordnung (KaffeeV) definiert Röstkaffee schlicht als „gerösteten Rohkaffee, ungemahlen oder gemahlen“. Einen Prozentwert für erlaubte Fremdbestandteile nennt sie nicht (Quelle: Kaffeeverordnung, Anlage, Stand Oktober 2026). Erlaubt ist es dagegen, günstige und hochwertigere Bohnen zu mischen. Ist der Kaffee erst gemahlen, erkennst du die Qualität der einzelnen Bohnen nicht mehr. Genau bestimmen lässt sich die Mischung dann nur noch im Labor. Werden Zutaten wie Karamell oder Maltodextrin beigemischt, ist das kein reiner Röstkaffee mehr, und die Zusätze müssen im Zutatenverzeichnis stehen.
Neu ist das Thema nicht: Schon 2013 kritisierten Verbraucherzentralen Röstkaffees mit Karamell oder Maltodextrin, die als „Melange“ beworben werden. Der Zusatz Maltodextrin stand dabei nur in der Zutatenliste, der Hinweis „Röstkaffee mit Karamell“ recht versteckt am unteren Rand der Packung (Quelle: t-online mit Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg, 26.03.2013).
Zusätze von Wasser in Kaffeepulver erhöhen
Es gibt weitere Grenzen, die Kaffeehersteller beachten müssen. Dazu gehört der Wassergehalt: Laut Kaffeeverordnung darf Röstkaffee höchstens 50 Gramm Wasser pro Kilogramm enthalten, also maximal fünf Prozent (Quelle: Kaffeeverordnung, Anlage). Eine gewisse Restfeuchte ist normal. Wird dieser Spielraum ausgereizt, bezahlst du aber ein Stück weit Wasser zum Kaffeepreis.
Hinzu kommt die Röstung: Industriell wird Kaffee oft bei deutlich höheren Temperaturen in sehr kurzer Zeit geröstet. Damit die heißen Bohnen danach schnell genug abkühlen, kann Wasser eingesetzt werden. Ein Teil davon bleibt als Feuchtigkeit im Kaffee.
Kaffee mit Aromastoffen geschmacklich optimieren
Wird Kaffee bei hohen Temperaturen verarbeitet, geht das Aroma schnell verloren. Auch die fruchtige Säure wird aus der Bohne geholt und reduziert so die Qualität des Aromagetränks. Um den Kaffee trotz des faden Einheitsgeschmacks zu verkaufen, wird dieser mit Aromastoffen verfeinert.
Einige Hersteller mischen den Kaffeebohnen sofort Aroma- und Füllstoffe bei. Besonders häufig findest du in diesem Zusammenhang Maltodextrin. Auch Karamell wird Kaffee häufiger zugesetzt. Wie hoch der Anteil solcher Zusätze ist, steht nicht immer deutlich auf der Packung. Ein Blick ins Zutatenverzeichnis lohnt sich deshalb.
Weshalb tricksen Kaffeehersteller?
Aufgrund des großen Preiskampfs zwischen Kaffeeanbietern sind diese häufig gezwungen auf eine wenig hochwertige Produktion zurückzugreifen. Selbst Gesetze tragen ihren Teil zu den Tricks von Kaffeeherstellern bei. Je weniger Kaffee ein Produkt enthält, desto niedriger ist nämlich die Kaffeesteuer. Für reinen Röstkaffee fallen 2,19 Euro Steuer pro Kilogramm an. Gilt das Produkt als kaffeehaltige Ware mit 700 bis 900 Gramm Kaffee pro Kilogramm, sind es nur 1,76 Euro, also rund 20 Prozent weniger (Quelle: § 2 Kaffeesteuergesetz, Stand Oktober 2026).
Viele Verbraucher wissen dies nicht und unterstützen die Maschen der Kaffeegiganten. Solltest du Kaffeepulver oder Bohnen für weniger als 10 Euro kaufen, musst du damit rechnen, dass du ein minderwertiges Produkt bekommst.
Wie finde ich reinen Kaffee ohne Zusätze?
Wenn du die Tricks der Kaffeeindustrie nicht unterstützen möchtest, solltest du den Kaffee, den du kaufst, genauer betrachten. Wir empfehlen dir folgende Aspekte zu beachten:
- Inhaltsstoffe genau prüfen
- Kaffee ohne Karamell und Maltodextrin wählen
- Produkte von lokalen/kleineren Unternehmen erwerben
- Bohnen statt Pulver kaufen
- Details zur Anbauweise und -höhe des Kaffees
- Röstdetails sind bekannt (Grad und Datum)
- Oft besitzen gute Kaffees ein Aromaventil