Kopi Luwak Kaffee (Katzenkaffee)

Kopi Luwak gilt als einer der teuersten Kaffees der Welt – und als einer der umstrittensten. Bekannt ist er auch als Katzenkaffee oder Kaffee aus Katzenkot. Ich habe mich mit Herkunft, Herstellung und Geschmack beschäftigt und den Kaffee bei einer Verkostung selbst probiert. Dabei bin ich auf einige interessante und leider auch unschöne Dinge gestoßen. Meine Erfahrungen teile ich hier mit Dir. – Norbert Loose
Kurz beantwortet: Was ist Kopi Luwak?
- Was es ist: Kaffee aus Kaffeekirschen, die ein Fleckenmusang (Asian Palm Civet) gefressen und wieder ausgeschieden hat. Das Tier ist eine Schleichkatze, keine Katze – daher der Name „Katzenkaffee“. „Kopi“ heißt auf Indonesisch Kaffee, „Luwak“ ist der lokale Name des Tieres.
- Herkunft: vor allem Indonesien (Sumatra, Java, Bali), ähnlich auch auf den Philippinen und in Vietnam.
- Herstellung: Die Bohnen werden aus dem Kot gesammelt, gründlich gewaschen, getrocknet und geröstet. Im Verdauungstrakt verändert sich die Bohne leicht, was den Kaffee etwas weniger bitter machen soll.
- Mein Eindruck: Bei meiner Verkostung war das Aroma eher mittelstark und der Abgang leicht pelzig. Ein schlechter Kaffee ist es nicht, aber den Preis rechtfertigt der Geschmack aus meiner Sicht keinesfalls.
- Das Problem: Ein großer Teil stammt aus Käfighaltung. Studien und Recherchen dokumentieren enge Drahtkäfige, einseitiges Futter und schlechte Hygiene. Ob ein Kaffee wirklich von wild lebenden Tieren stammt, lässt sich kaum prüfen. Ich rate deshalb vom Kauf ab.
Woher kommt der Kopi Luwak Kaffee?
Der Kopi Luwak stammt ursprünglich aus Indonesien. Die Kaffeekirschen wachsen auf Plantagen und in Waldgebieten Südostasiens. Fleckenmusangs fressen die reifen Kirschen, verdauen das Fruchtfleisch und scheiden die Kaffeebohnen wieder aus. Die Bauern sammeln diese Bohnen auf, reinigen und rösten sie und verkaufen sie als ganze Kaffeebohnen oder gemahlen – in kleinen Mengen auch nach Deutschland.
Den Beinamen „Katzenkaffee“ verdankt er dem Tier, das wie eine kleine Katze aussieht. Die kluge Vermarktung verleiht dem Kaffee eine geradezu mystische Aura. Außerhalb Deutschlands wird er auch als Civet Coffee angeboten, im Englischen spricht man umgangssprachlich auch von „Cat Poop Coffee“.
Kaffee aus Katzenkot: Wie wird Kopi Luwak hergestellt?

Die Fleckenmusangs – auch Palmenroller genannt – gehören zur Familie der Schleichkatzen (Viverridae). In freier Wildbahn sind sie nachtaktive Einzelgänger und Allesfresser, die sich gern die reifsten Kaffeekirschen herauspicken. Den Kern, also die Kaffeebohne, können sie nicht verdauen. Er wird mit dem Kot wieder ausgeschieden.
- Fressen: Das Tier frisst reife Kaffeekirschen.
- Verdauung: Das Fruchtfleisch wird verdaut, die Bohne passiert den Darm. Dabei wirken Verdauungsenzyme auf die Bohne ein.
- Sammeln: Bauern sammeln die ausgeschiedenen Bohnen auf.
- Waschen und Trocknen: Die Bohnen werden gründlich gewaschen, getrocknet und von der Pergamenthaut befreit.
- Rösten: Erst die Röstung gibt dem Kaffee sein Aroma. Optisch unterscheidet sich Kopi Luwak danach nicht von gewöhnlichem Kaffee.
Was ist das Besondere an der Fermentation?
Auch gewöhnlicher Kaffee durchläuft nach der Ernte eine Fermentation. Bei der Nassaufbereitung – zum Beispiel bei vielen Arabica-Kaffees – liegen die entpulpten Bohnen dafür in großen Wassertanks, bis sich die Reste des Fruchtfleischs lösen. Beim Kopi Luwak übernimmt der Verdauungstrakt des Tieres diese Aufgabe. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Enzyme dabei einen Teil der Eiweiße in der Bohne abbauen. Das soll den Kaffee etwas weniger bitter machen. Die Bauern beschreiben es poetischer: Der Kaffee spiegele die Seele des Dschungels wider.
Das Aroma des Dschungels: Wie schmeckt Kopi Luwak?
Ich hatte bei einer Verkostung die Gelegenheit, den Kopi Luwak zu probieren. Wann genau das war und welche Herkunft der Kaffee hatte, habe ich nicht dokumentiert – die folgenden Eindrücke sind deshalb meine persönliche Einschätzung, kein Labortest. Ich war anfangs sehr gespannt, schließlich hört man immer wieder viel Gutes über den Katzenkaffee.
Leider wurde die Vorfreude nicht erfüllt. Das Aroma war eher mittelstark und der Abgang leicht pelzig – das hat mich am meisten gestört. Ein schlechter Kaffee, der sich mit Discounterkaffee vergleichen lässt, ist der Katzenkaffee keinesfalls. Doch sein Ruf eilt ihm voraus, und die Messlatte liegt entsprechend hoch. Den Preis rechtfertigt der Geschmack aus meiner Sicht nicht: Zur Zeit der Erstfassung dieses Beitrags kostete eine kleine Tasse Kopi Luwak in der Gastronomie rund 20 Euro, der Kilopreis lag bei etwa 800 Euro. Geschmäcker sind verschieden, und vielleicht siehst Du es anders – für mich steht das Verhältnis aus Preis und Genuss aber nicht.
Warum ist Kopi Luwak so teuer?
Nachdem mir der Geschmack eher „normal“ vorkam, stellt sich die Frage nach dem hohen Preis. Man könnte an Trüffel denken: Ein Bauer schickt seine Tiere los, und sie finden nur wenige wertvolle Bohnen. Die Vorstellung klingt nett – die Wahrheit sieht leider anders aus. Ein großer Teil des Preises ist aus meiner Sicht geschicktes Marketing mit dem Mythos von Seltenheit und Exotik.
Die Preise schwanken stark. Für echten Kopi Luwak aus Wildsammlung werden mehrere Hundert Euro je Kilo verlangt, laut einer Übersicht im BBC Wildlife Magazine (Erhebung 2021/22) bis zu rund 1.300 US-Dollar je Kilo. Gleichzeitig sind deutlich billigere Produkte auf den Markt gekommen – ein Hinweis darauf, dass viele Bohnen inzwischen von Tieren in Gefangenschaft stammen.
Die Geschichte des Katzenkaffees
Der Überlieferung nach entdeckten indonesische Arbeiter den Kaffee im 18. Jahrhundert auf den Kaffeeplantagen der niederländischen Kolonialherren. Weil sie die Kaffeekirschen nicht für sich selbst pflücken durften, sammelten sie die ausgeschiedenen Bohnen der Fleckenmusangs auf, reinigten, rösteten und brühten sie. Als sich der Zibetkaffee herumsprach, fanden auch die Niederländer Gefallen daran. Die Nachfrage war hoch, die Menge klein – der Kaffee wurde teuer.
Lange blieb er trotzdem eine lokale Besonderheit. Den internationalen Durchbruch brachte das Jahr 1991: Der Brite Tony Wild, damals Kaffeedirektor beim Röster Taylors of Harrogate, brachte als Erster Kopi Luwak in den Westen. (In der Erstfassung dieses Beitrags stand fälschlich „Tony Ward“.)
Alles Marketing oder auch guter Kaffee?
Dem Kaffee wurde etwas Exotisches und Außergewöhnliches nachgesagt, und weil er damals wirklich selten war, interessierten sich viele Menschen für den „neuen“ Kaffee. Bald stand er in exklusiven Feinkostgeschäften und auf den Karten gehobener Restaurants. Dazu kam die Erzählung, es gebe nur wenige Hundert Kilogramm im Jahr – und hohe Nachfrage bei knappem Angebot treibt den Preis bekanntlich nach oben.
Damit kam das Geschäftsmodell, das den Katzenkaffee heute so problematisch macht. Wild lebende Tiere fressen nicht nach Plan. Wer mehr verkaufen will, muss die „Produktion“ ankurbeln – und das heißt: Tiere einfangen und einsperren. Belastbare Zahlen zur tatsächlichen Produktionsmenge gibt es nicht; die Schätzungen liegen weit über den früher genannten offiziellen Mengen. Tony Wild selbst bereut inzwischen, den Kaffee bekannt gemacht zu haben, und bezeichnet ihn heute als „völlig absurden, völlig abscheulichen Handel“ (sinngemäß übersetzt).
Massive Tierquälerei bei der Herstellung
In Käfighaltung bekommen die Fleckenmusangs vor allem Kaffeekirschen zu fressen, und die Bauern warten auf die Ausscheidungen. Auffangbehälter für den Kot stehen oft direkt unter oder in den Käfigen. So lässt sich die Menge zwar steigern – auf Kosten der Tiere.
Was das für die Tiere bedeutet, hat eine Studie im Fachjournal Animal Welfare untersucht (Carder und Kollegen, 2016). Die Forschenden besuchten 16 Kaffeeplantagen auf Bali, die Touristen Civet-Kaffee zeigen, und beurteilten die Haltung von 48 Tieren. Das Ergebnis: Die meisten Tiere lebten in kleinen Käfigen mit Drahtböden, ohne Rückzugsmöglichkeiten oder natürlichen Untergrund, in verschmutzten Gehegen, oft ohne sauberes Trinkwasser und fast ausschließlich mit Kaffeekirschen gefüttert. Für wild lebende Allesfresser und Einzelgänger, die nachts weite Strecken zurücklegen, ist das keinesfalls artgerecht.
Um jeden Preis zur Kaffeebohne
Tierschützer berichten bei Tieren aus solchen Käfigen von Verhaltensauffälligkeiten und Mangelerscheinungen – Folgen von Enge, Stress und einseitigem Futter. Kaffeekirschen sind als alleiniges Futter für die Tiere nicht geeignet, auch wenn die Hersteller behaupten, so werde die Fermentation verstärkt und die Bohne „reiner“.
2013 deckte eine verdeckte Recherche der BBC auf, dass Kopi Luwak, der in Großbritannien als „wild“ verkauft wurde, tatsächlich von Tieren aus Batteriekäfigen auf Sumatra stammte. Die Tierschutzorganisation PETA veröffentlichte ebenfalls Videos von Farmen und ruft dazu auf, keinen Kopi Luwak zu kaufen.
Gibt es artgerechten Kopi Luwak?
Einige Anbieter werben damit, dass ihr Kopi Luwak aus Wildsammlung stammt und die Tiere nicht in Käfigen gehalten werden. Das lässt sich als Kunde aber nicht überprüfen. Selbst einer der Autoren der Bali-Studie, Jan Schmidt-Burbach, betont, dass man den Bohnen nicht ansieht, ob sie von wild lebenden oder eingesperrten Tieren stammen. Ein verlässliches, unabhängiges Siegel dafür gibt es nicht.
Deshalb ist bei Aufschriften wie „Wildlese“ oder „von frei lebenden Tieren“ Vorsicht angebracht. Es kann sich trotzdem um Käfighaltung handeln – oder um gestreckte oder falsch deklarierte Ware. Aus diesem Grund habe ich die früher auf dieser Seite gezeigten Kopi-Luwak-Angebote entfernt.
Falls Du auf Reisen eine Kaffeeplantage besuchst: Die Studienautoren raten, Plantagen mit Tieren in Käfigen zu meiden. Wenn Dir dort Fleckenmusangs im Käfig gezeigt werden, ist das ein klares Zeichen für die problematische Haltung.
Echt, gestreckt oder gefälscht?
Neben der Haltungsfrage gibt es ein zweites Problem: Echtheit. Weil echter Kopi Luwak so teuer ist, lohnt sich das Strecken mit gewöhnlichem Kaffee oder eine schlichte Falschdeklaration. Am Aussehen der gerösteten Bohne erkennst Du den Unterschied nicht. Forschende haben zwar chemische Analyseverfahren entwickelt, mit denen Labore Kopi Luwak von normalem Kaffee unterscheiden können – im Laden oder Onlineshop hilft Dir das aber nicht. Ein sehr günstiger Preis für angeblich „wilden“ Kopi Luwak ist eher ein Warnsignal als ein Schnäppchen.
Andere Tierkaffees
Kopi Luwak ist nicht der einzige Kaffee, der durch einen Tiermagen wandert. Bekannt sind auch Kaffees, bei denen Elefanten in Thailand oder der Jacu-Vogel in Brasilien die Kaffeekirschen fressen. Auch hier gilt: Der Name verkauft vor allem eine Geschichte. Ob die Tiere dabei gut gehalten werden, kannst Du als Kunde kaum nachprüfen. Wenn Dir das Tierwohl wichtig ist, bist Du mit einem guten, fair gehandelten Kaffee auf der sicheren Seite.
Alternativen: Guter Arabica statt Katzenkaffee
Für einen Bruchteil des Preises bekommst Du einen guten Arabica, der Dir vermutlich mehr Freude macht – ohne Tierleid. Die beiden folgenden Bohnen bestehen laut Hersteller aus 100 % Arabica. Ich habe sie nicht selbst verkostet; die Boxen ordnen sie nach den Herstellerangaben mit dem KVB-Score ein. Weitere Sorten findest Du im Kaffeebohnen-Vergleich.
| Kaffee | Bohnen | Röstung | Bewertung |
|---|---|---|---|
| illy Intenso | 100 % Arabica | dunkel | KVB-Ausstattungs-Score: Bewertung noch offen |
| Kimbo Gold | 100 % Arabica aus Mittel- und Südamerika | dunkel | KVB-Ausstattungs-Score 60/100 · Mittelklasse |
illy Intenso Bohnen
100 % Arabica, ganze Bohnen, 250-g-Dose, dunkle Röstung
Unsere Einschätzung anhand der Produktdaten Dunkle illy-Röstung aus 100 % Arabica in der Druckdose. Meine Eindrücke zu illy-Bohnen (Aroma, Bohnenbild, Espresso im Siebträger) stehen im Beitrag; ein dokumentierter Testzeitraum fehlt, deshalb bewertet anhand der Produktangaben.
Stärken laut Produktdaten
- 100 % Arabica, dunkle Röstung (Intenso)
- Kakao- und Trockenfrucht-Aromen laut illy
- Druckdose mit Schutzgas hält das Aroma
Zu beachten
- Nur 250 g je Dose, 31,24 € je Kilo; Herkunft und Zubereitungsempfehlung nicht angegeben
Technische Daten
- Form
- ganze Bohnen
- Packung
- 250-g-Dose (Druckverfahren)
- Bohnen
- 100 % Arabica
- Röstung
- dunkel (Intenso)
- Grundpreis
- 31,24 €/kg (Amazon, 17.10.2026)
- Hersteller-Nr.
- 3371
Ausstattung
- Aromaschutz durch Druckdose
- Kein Bio- oder Sozialsiegel angegeben
Kimbo Gold (Aroma Gold)
100 % Arabica, ganze Bohnen, 1-kg-Beutel
Eigener KVB-Ausstattungs-Score nach Herstellerdaten – keine Stiftung-Warentest-Note und kein eigener Praxistest. Höchstens 100 Punkte, nicht direkt mit einem KVB-Praxistest-Score vergleichbar.
Stark: 100 % Arabica, Röstgrad und Herkunft angegebenSchwächer: Aromaschutz nicht genannt
Detailbewertung ansehen
KVB-Ausstattungs-Score: Bewertet ein Produkt, das ich nicht selbst getestet habe, ausschließlich nach Herstellerangaben: Alltagstauglichkeit, Einstellungen und Ausstattung, Zuverlässigkeit und Wartbarkeit sowie Preis-Leistung. Über Geschmack, Milchschaum oder Haltbarkeit sagt er nichts aus. Beide Score-Arten erreichen höchstens 100 Punkte, beruhen aber auf unterschiedlichen Grundlagen und sind deshalb nicht direkt miteinander vergleichbar.
- Bohne, Röstung und Herkunft21,9/25
- Frische und Packung7,5/15
- Eignung und Zertifizierung5,0/15
- Preis-Leistung je Kilo7,4/15
Preisklasse je Kilo: Mittelklasse (20 bis 34,99 € je kg). Komfortfunktionen werden an der Erwartung dieser Klasse gemessen. Preis-Leistung: Leistung 62,5 % → 5,4 Punkte, Preis 25,64 € (Amazon (Verkauf C.I.P.Shop, Marktplatz), Neuware: 25,64 € für 1 kg, 17.10.2026) im mittleren Drittel der Klasse → +2. Ausstattungs-Score: ohne Kaffeequalität (kein eigener Test), Kriterien B–E auf 100 umgerechnet; Geschmack, Lautstärke und Haltbarkeit fließen nicht ein. Testnoten Dritter werden nicht übernommen. Methodik 1.2, Stand 10/2026. Unabhängig von Affiliate-Provisionen vergeben.
Quellen: Amazon-Artikeldaten B015FYJN8A (Creators API, 17.10.2026)
So entstehen Praxistest- und Ausstattungs-ScoreUnsere Einschätzung anhand der Produktdaten Reiner Arabica aus Mittel- und Südamerika, dunkel geröstet – die mildere Wahl im Kimbo-Sortiment, trotzdem kräftig genug für Milchgetränke. Bewertet anhand der Produktangaben, nicht selbst verkostet.
Stärken laut Produktdaten
- 100 % Arabica aus Mittel- und Südamerika
- Dunkle Röstung (5/6), Intensität 9/12
- Rund 25,64 € je Kilo
Zu beachten
- Keine Angabe zum Aromaschutz der Verpackung; Marktplatzangebot
Erhältlich bei
* Affiliate-Links / Anzeige. Preise inkl. MwSt.; Amazon-Preis vom 01.11.2026, 20:53 Uhr, kann sich seitdem geändert haben.
Technische Daten
- Form
- ganze Bohnen
- Packung
- 1-kg-Beutel
- Bohnen
- 100 % Arabica
- Herkunft
- Mittel- und Südamerika
- Röstung
- dunkel (Röstung 5/6, Intensität 9/12)
- Gedacht für
- Espresso, Latte, Cappuccino (laut Kimbo)
- Grundpreis
- 25,64 €/kg (Amazon, 17.10.2026)
- EAN
- 8002200102180
Ausstattung
- Auch als 250 g Bohnen, gemahlen, Kapseln und Pads (laut Anbieter)
- Kein Bio- oder Sozialsiegel angegeben
Wenn Dich besondere Kaffees reizen, lohnt sich auch ein Blick auf Kaffees einzelner Anbauregionen oder auf seltene Sorten. Wie Kaffee wächst und verarbeitet wird, liest Du in meinem Ratgeber zum Kaffeeanbau, einen Überblick über die wichtigsten Arten in Kaffeesorten.
Fazit: Lohnt sich Kopi Luwak?
Geschmacklich hält der Katzenkaffee nicht, was sein Ruf verspricht – zumindest war das mein Eindruck bei der Verkostung. Dazu kommt das viel größere Problem: Ein großer Teil des Kopi Luwak stammt aus Käfighaltung, und als Kunde kannst Du das nicht ausschließen. Für mich ist die Sache deshalb klar: Ich empfehle Kopi Luwak nicht. Für deutlich weniger Geld bekommst Du einen guten Arabica – und unterstützt keine Tierquälerei.
Häufige Fragen zu Kopi Luwak
Was ist Kopi Luwak?
Kaffee aus Bohnen, die ein Fleckenmusang (Asian Palm Civet) gefressen und wieder ausgeschieden hat. Die Bohnen werden gesammelt, gewaschen, getrocknet und geröstet.
Ist Katzenkaffee wirklich aus Katzenkot?
Fast: Das Tier ist eine Schleichkatze, keine Hauskatze. Die Bohnen werden aus dem Kot gesammelt und vor dem Rösten gründlich gereinigt.
Wie schmeckt Kopi Luwak?
Er soll weniger bitter sein. Bei meiner Verkostung war das Aroma eher mittelstark und der Abgang leicht pelzig – gut, aber nicht außergewöhnlich.
Warum ist Kopi Luwak so teuer?
Wegen des Mythos der Seltenheit und aufwendiger Wildsammlung. Echter Wildkaffee kostet mehrere Hundert Euro je Kilo; viel Ware stammt aber aus Käfighaltung oder ist falsch deklariert.
Ist Kopi Luwak Tierquälerei?
In Käfighaltung ja. Eine Studie auf Bali (Animal Welfare, 2016) fand kleine Drahtkäfige, schlechte Hygiene und einseitiges Futter. Auch die BBC und PETA haben solche Farmen dokumentiert.
Gibt es Kopi Luwak aus artgerechter Haltung?
Einige Anbieter werben mit Wildsammlung, prüfen kannst Du das als Kunde aber nicht. Ein verlässliches Siegel gibt es nicht.
Wo kommt Kopi Luwak her?
Vor allem aus Indonesien, etwa von Sumatra, Java und Bali. Ähnlicher Kaffee kommt auch von den Philippinen und aus Vietnam.
Was ist eine gute Alternative zu Kopi Luwak?
Ein hochwertiger Arabica aus guter Röstung. Er kostet nur einen Bruchteil und kommt ohne Tierleid aus.
Quellen
- Carder G. et al. (2016): The animal welfare implications of civet coffee tourism in Bali. Animal Welfare 25(2), 199–205
- Mongabay (2016): Bericht zur Bali-Studie mit Aussagen der Autoren
- BBC Wildlife Magazine (Discover Wildlife): Civet coffee – Fakten, Tony Wild, BBC-Recherche 2013, Preise
- Bildquelle: catpoopcoffeeinc.com (laut Erstfassung)
- Kaffeebohnen im Vergleich
- Arabica oder Robusta: der Unterschied
- Kaffeesorten im Überblick
- Kaffeeanbau: vom Strauch in die Tasse
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